Diskussionsfreude bei der Globale in Halle

Was haben die Themen Gentechnik und Nachhaltige Landwirtschaft mit dem Friedenskreis zu tun? Bei der Begleitung des Films "Code of Survival" am 13. November im Rahmen der Globale in Halle wurde dies sichtbar - wenn auch nicht unmittelbar. Denn der Film löste eine rege Diskussion bei den ca. 50 interessierten Zuschauern aus.

"Wir sollten Gentechnik differenzierter betrachten!", war ein lauter Ruf besonders aus agrarwissenschaftlichen Kreisen. "Als wissenschaftliche Methode - nicht als Geschäftsmodell - ist Gentechnik die moderne Form der Züchtung. Nur das man vorher weiß, welche Veränderung man in den Pflanzen hervorruft". Zu Unrecht stände die Gentechnik-Forschung am Pranger und der Film übersehe die Chance im Kampf gegen Unterernährung

Andererseits sei "Wissenschaft nie losgelöst von Machtstrukturen." Aktivistische Stimmen kritisierten die wirtschaftlichen Interessen der Gentechnik-Politik - sowohl in den USA als auch in Europa. Große Unternehmen nutzen Ihren Einfluss ohne Verantwortung für die ökologischen Folgen ihrer Wirtschaft zu tragen.

In Deutschland wirken auch auf Grund zivilgesellschaftlichem Engagements noch relativ restriktive Regelungen, die den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen verhindert. Allerdings dürfen solche Pflanzen importiert und als Futtermittel verwendet werden, ohne dass dies auf daraus produzierten Lebensmittel speziell gekennzeichnet werden muss. Internationale Handelsabkommen könnten hier die Intransparenz sogar noch verstärken. 

Daniel Fischer, vom Friedenskreis eingeladen als Experte für Ansätze nachhaltiger Landwirtschaft, brachte daneben die Perspektive eines umfassenden landwirtschaftlichen Umdenkens ein. Er forscht zur Terra Preta, einer Humuserde, die in Indigenen Traditionen ihren Ursprung hat. Während der Film vor allem biodynamische Landwirtschaft als Alternative darstellt und sich auf größtenteils westlich initiierte Entwicklungsprojekte beschränkt, zeigte Daniel Fischer darüber hinaus unterschiedlichen Formen der Kreislaufwirtschaft auf.

Daraus entsprang dir Frage: „Wer spricht für wen, in Fragen der Nachhaltigkeit?“ - ist ein gentechnisch veränderter Reis, der einen Großteil menschlich benötigter Nährstoffe enthält wirklich ein Schlüssel zu gutem Leben für alle? Welche Stimmen im lokalen Widerstand, z.B. gegen Landraub, werden im Film nicht gezeigt?

Und nun: was hat all dies nun mit Frieden zu tun? Im Friedenskreis begreifen wir Frieden als einen Prozess der aktiven Gewaltfreiheit, der konstruktiven und zivilen Konfliktbearbeitung, als gelebte Demokratie, transkultureller Vielfalt und globaler Gerechtigkeit. Diese Themen durchziehen unser Leben im Querschnitt, sei es in Fragen unserer Ernährung oder unserer Diskussionskultur. In der Moderation der Diskussion im Luchs.Kino wurden all diese Elemente sichtbar und im Ausdruck der unterschiedlichen Positionen wurde deutlich: hier beginnt Transformation.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für diesen spannenden Lernprozess!

 

Vortrag und Diskussion
Für eine Kindheit in Frieden / Paix pour l’enfance

22. November, 19:30 Uhr / alte Jugendherberge / August-Bebel-Str. 48a, Halle

Halle (Saale), 14.11.2017 - Am Mittwoch den  22. November 2017 um 19.30 Uhr lädt der Friedenskreis Halle e.V. und die Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einem Bericht des Friedenspreisträgers Junior Nzita über Kindersoldaten im Kongo ein.

Vortrag des Friedenspreisträgers Junior Nzita

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Vorurteilsbewusst - geht das überhaupt!? - Neuer Termin: 23.02. bis 24.02.2018

Bitte beachten: die Veranstaltung wurde auf Februar 2018 verschoben!

Ausgrenzung und Unterdrückung gehören zum Alltag in Schule, Familie, Beruf und vielen anderen Lebensbereichen. In dieser Fortbildung laden wir Sie dazu ein, die dahinter stehenden Mechanismen sichtbar zu machen, sich kritisch mit sich selbst, sowie den grundlegenden Wirkungsweisen von Diskriminierung auseinander zu setzen.

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Pressemitteilung

Halle (Saale),  03.11.16

Weiterbildung  für Geflüchtete in Methoden Gewaltfreier Konfliktbearbeitung startet am 4. November in Halle

Am 4. November startet die vom Friedenskreis Halle e.V. organisierte 8-teilige Fortbildung „Konstruktiv in Konflikten – Grundkurs in gewaltfreier Konfliktbearbeitung für Menschen mit Fluchterfahrungen“ in der Villa Jühling in Halle-Dölau. Gemeinsam mit der Kurve Wustrow und Eirene richtet der Friedenskreis diese berufsbegleitende Fortbildung an Menschen mit Fluchterfahrungen, um deren Kompetenzen und Lebenserfahrungen in die gewaltfreie Bearbeitung von Konflikten in Deutschland einbringen zu können. Die 12 Teilnehmenden des Kurses reisen aus Halle, dem Wendland und Berlin an.


In der Fortbildung werden verschiedene Methoden und Wege angeboten, um in den Bereichen Kommunikation, Interkulturalität und Konfliktbearbeitung konstruktiv zu handeln. Ziel des Kurses ist es (ehemals) Geflüchteten die Möglichkeit zu geben, sich in friedlicher Begegnung und Verständigung fortzubilden, um im Konfliktfall eine konstruktive Rolle einnehmen zu können.

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Parlamentarischer Dialog mit dem Eine Welt Netzwerks Sachsen-Anhalt (ENSA)

Am letzten Donnerstag, dem 28. September war der Friedenskreis mit einem Team aus dem Bildungsbereich beim Parlamentarischen Dialog des Eine Welt Netzwerks Sachsen-Anhalt (ENSA) vertreten. Wir sind mit Abgeordneten des Landtages und Vertreter_innen der Ministerien ins Gespräch gekommen. Speziell haben wir die Themen Friedensbildung sowie Flucht & Asyl als Teil des Globalen Lernens vorgestellt. Bei den Abgeordneten stießen die Themen auf großes Interesse, denn immer mehr werden sie sichtbarer Teil ihrer tagtäglichen politischen Arbeit.

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Vortrag und Diskussion

Ostukraine: Warten auf die „Friedensbringer!"

25.10. / 19:30 Uhr / Halle

Schon im vierten Jahr herrscht Krieg in der *Ostukraine* und etwa 10.000 Menschen wurden bereits getötet. Obwohl es mit dem Minsker Abkommen eine internationale Vereinbarung zur Beilegung des Konfliktes gibt, kommt dessen Umsetzung nicht voran und vereinbarte Waffenruhen werden häufig gebrochen.  Doch die pro-russischen Separatisten und die Regierung in Kiew finden immer wieder neue Anlässe für eine Konfrontation. "Die einen wollen uns befreien, die anderen wollen uns schützen." Die Bevölkerung im Donbass wird aufgrund dieser Situation immer passiver. Sie warten darauf, dass „Friedensbringer“ kommen. Aber wer kann das sein?

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